Teilnehmer:
max. 2 TN pro Bergführer

 

Kosten:
410,00 Euro p.P. (255,00 Euro p.P. bei 2 Teilnehmern)
Inkl. Vorbereitungstag:
740,00 Euro p.P. (440,00 p.P. bei 2 Teilnehmern)

 

Ausrüstung:
Helm*, Kletterpatschen*, Klettergurt*, Berg- oder Wanderschuhe,                kleiner Rucksack, Jause
*Kosten Leihausrüstung 9,00 Euro (pro Person/Tag nicht inbegriffen)

 

Schwierigkeit:
Kondition: ####
Technik: #####
(eine Stelle 3+, überwiegend 3, meist leichter)

No 2 Nordgrat FLEISCHBANK

 

Ablauf:

Wir besteigen die berühmte Fleischbank über den Nordgrat.
Der Nordgrat wartet mit traumhaften Ausblicken und schöner Genusskletterei bis zum 3. Schwierigkeitsgrad auf. Der Abstieg erfolgt teilweise Abseilend über den Herrweg in die Steinerne Rinne und zurück zur Griesner Alm.

 

 

Hintergrundgeschichten:

 

 Historische Enzyklopädie des Klettersports: Wenn ein einzelner Berg als Geschichtebuch des Kletterns gelesen werden könnte, dann wäre es die Fleischbank. An keinem zweiten Berg der Alpen wurden so viele Kapitel des Klettersports geschrieben wie hier. So wird 1910 an der Fleischbank Ostwand erstmals überhaupt ein Karabinerhaken zur Sicherung beim Alpinklettern verwendet. Durch die Einführung dieses technischen Hilfsmittels wird die Sicherungstechnik komplett revolutioniert und ungeahnte sportliche Möglichkeiten eröffnen sich. Immer wieder setzen Kletterer an der Fleischbank neue Weltrekorde im Schwierigkeitsklettern: 1912 läutet Hans Dülfer mit der ersten Durchsteigung der Ostwand eine neue Epoche des Felskletterns ein. Geschafft hatte er dies nicht nur wegen seines grandiosen Könnens, sondern auch wegen der neuen Karabinerhaken. Ein Jahr später gelingt ihm mit dem Dülferriss (VI) die bis dato schwierigste im Alleingang bewältigte Tour weltweit, 1925 gelingen Wiessner und Rossi eine der seinerzeit schwierigsten Touren weltweit, 1977 wird am Fleischbankpfeiler mit den Pumprissen die erste mit VII bewertete Klettertour erstbegangen und 1994 gelingt daneben schließlich Stefan Glowacz mit der Tour „Des Kaisers neue Kleider“ (X+) die damals schwerste Alpinkletterei weltweit.

 

Bergname:

Als Fleischbank wurden im Mittelalter die offenen Verkaufstische der Fleischhauer auf den Märkten bezeichnet, wo sie ihre frisch geschlachtete Ware feilboten. Aber wie kommt der Berg zu diesem eher gruseligen Namen? An der Fleischbank sieht man einige Querbänder verlaufen, die den Gämsen als Steige dienen. Der Sage nach legte ein Bauer auf diese Bänder frische Baumrinden, und zwar immer die innere, schlüpfrige Seite aufeinander und streute Sand darüber. Wenn nun die Gämsen darauf traten, stürzten sie ab und er holte sie unten zerschmettert als Beute. Eines Tages kamen aber auch seine Schafe an diesen Steig; das Leitschaf trat auf die Rinde, stürzte ab, und die ganze Herde sprang nach, sodass sie unten wie eine große Fleischmasse im Blute lag. Nach dieser Massenschlachtung soll dieser Felsdom den Namen Fleischbank erhalten haben.

 

Erstbegeher:

Die Fleischbank wurde 1886 vom Scheffauer Bergführer Thomas Widauer und seinem Gast Christian Schöllhorn erstmals auf dem leichtesten Weg bestiegen. Auf unserer Tour bewältigen wir den Weg der Erstbegeher aber nur mehr im Abstieg durch die berühmte „Schöllhornrinne“. Hinauf klettern wir über den weitaus schöneren Nordgrat, der 1898 von drei Münchener Akademikern, nämlich Karl Herr, Wilhelm Wunder und Hans Pfann erstbegangen wurde. Alle drei jungen Freunde gehörten dem elitären Akademischen Alpenverein München an, dessen studentische Mitglieder den Wilden Kaiser mit unzähligen Erstbegehungen erobert hatten. Für die Münchener Studenten war der Kaiser mit der Bahn leicht zu erreichen und der Klettersport erfuhr um die Jahrhundertwende eine erste Boomphase. Hatten sich die Alten nur mit Bergführer in den Kaiser getraut, so suchten die jungen Wilden nun das Abenteuer und die große Freiheit ganz ohne die Anweisungen eines eingeborenen Guides. So gelangen den jungen Mitgliedern des Akademischen Alpenverein München von 1893 bis 1902 über 1800 Gipfelbesteigungen im Kaiser. Hut ab!

Interesse oder noch Fragen? Dann schreib uns …

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